Der Raspberry Pi 3 Model A+, das unbekannte Wesen

Kürzlich hatte ich bei der Entwicklung der neuen Steuerung für die Tropfenfotografie ein sehr interessantes Aha-Erlebnis. Möglicherweise war das nur für mich neu, aber für den Fall, dass es nicht so ist, möchte ich dennoch kurz davon berichten.

Ich den vergangenen Jahren habe ich schon einige mehr oder weniger große Projekte mit einem Raspberry Pi umgesetzt. Die Entscheidung, welches Modell ich dafür nehme, war dabei immer sehr einfach. Der Raspberry Pi 4 ist zwar sehr leistungsfähig, aber für meine Anforderungen völlig überdimensioniert. Und da ich auch keine uralte Hardware verwenden will, bleibt folglich – abgesehen vom Raspberry Pi Zero W – nur der Raspberry Pi 3 Model B+ übrig. Dachte ich zumindest.

Der Raspberry PI 3 A+

Bei der Suche nach Infos über das Raspberry Pi Touch Display bin ich irgendwann auf der Raspberry Website gelandet. Beim Scrollen durch die Produkte viel mir dann der Raspberry Pi 3 Model A+ auf. Ich traute meinen Augen nicht. Das ist exakt das, was ich brauche. Es ist nämlich so, dass ich fast immer den USB/LAN Chip deaktiviere und zusätzlich auch den HDMI Ausgang abschalte, da ich ausschließlich das WLAN und die GPIO Ports brauche. Warum ich dann nicht gleich den Raspberry Pi Zero W oder gar einen Arduino nehme, erkläre ich gleich. Vorher noch eine kleine Übersicht, um die Unterschiede zwischen den Modellen zu verdeutlichen:

  Arduino Uno Zero W 3 Mod. A+ 3 Mod. B+
 Länge 68,6 mm 65,0 mm 65,0 mm 85,6 mm
 Breite 53,3 mm 30,0 mm 56,0 mm 56,0 mm
 Höhe 12,5 mm 5,0 mm 12,0 mm 20,0 mm
 CPU ATmega328P (8 Bit) ARMv6 (32 Bit) Armv8 (64 Bit) Armv8 (64 Bit)
 Kerne 1 1 4 4
 Takt 16 MHz 1000 MHz 1400 MHz 1400 MHz
 RAM 32 KB Flash + 2 KB SRAM 512 MB 512 MB 1024 MB
 Ethernet - - - 10/100/1000 MBit/s
 WLAN - 2,4 GHz b/g/n 2,4 u. 5 GHz ac 2,4 u. 5 GHz ac
 Leistung 0.29 W 0,5–0,7 W max. 4,24 W max. 7 W
 USB 2.0 1 1 OTG 1 4
 Schnittstellen GPIO (14 Digital, 6 Analog), SPI, ICSP, I²C GPIO (26 Digital), CSII²C GPIO (26 Digital), CSIDSI, I²C GPIO (26 Digital), CSIDSI, I²C
 Preis 22 Euro 12 Euro 25 Euro 38 Euro


Die geeignete Hardware hängt natürlich von den jeweiligen Anforderungen ab. Für die Tropfensteuerung waren beispielsweise folgende Kriterien wichtig:

  • In einer Hochsprache (Python, Java) programmierbar
  • DSI Interface
  • Geringer Stromverbrauch
  • Kosten
  • WLAN, idealerweise 5 GHz
  • Wenig Platzbedarf

In der Tabelle oben sind die Werte farbig markiert, die noch am ehesten die Kriterien erfüllen. Und wie man sieht, erfüllt der Raspberry Pi 3 Model A+ alle davon. Und bei meinen anderen Projekten waren die Kriterien recht ähnlich. Ich kann einfach nicht glauben, dass so viele Bastler den Ethernet- und alle 4 USB-Ports brauchen. Aber wie gesagt, die Anforderungen hängen natürlich vom jeweiligen Projekt ab. Trotzdem ist es mir ein Rätsel, warum der Pi 3 Model A+ so unbekannt ist. Ein gutes Beispiel ist die Bildersuche bei Google. Der Suchbegriff Raspberry liefert fast ausschließlich die B+ Modelle. Auch sonst wäre mir noch kein Projekt untergekommen, das den Raspberry Pi 3 Model A+ verwendet. Und das, obwohl es ihn schon seit Ende 2018 zu kaufen gibt.

Ich werde jedenfalls in Zukunft nur noch den Pi 3 Model A+ verwenden, solange sich meine Anforderungen nicht ändern. Er ist eine günstige und platzsparende Alternative zum Raspberry Pi 3 Model B+, wenn man auf Ethernet verzichten kann und mit einem USB 2.0 Port auskommt.

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